- Überall, wo die
Geschichte Fragezeichen hinterlassen hat, ranken sich Sagen,
Geschichten und Mythen; so eben auch um die Kelten in Badua, das
geheimnisvolle Atuatuca und die versunkene Stadt Gression. Hier
einmal einige Themen angeschnitten, wo scheinbar noch zahlreiche
Fragen zum tatsächlichen Ablauf offen liegen oder die Sage
stärker ist als unser tatsächliches Wissen um die
Geschichte.
Ringwall von Kreuzweingarten:
Wer waren seinen Erbauer? War er ein Heiligtum und wie hat dieses
ausgesehen. War der Ringwall ursprünglich ein einfacher
ringförmiger Wallgraben oder sogar eine Kalenderanlage, die
später durch die Fortifikation überbaut wurde? Wo
befinden sich die komplementären Standorte der Umgebung.
Warum wurde der Ringwall umgebaut? Wurde er später je als
Siedlung oder Fluchtburg genutzt? Steht das Kreuzweingartener
Oppidum und der benachbarte Kesselberg Kirchheim im Zusammenhang
mit dem berühmten Gundestrup-Kessel? (siehe Foto 1). Waren
also die Kimbern und Teutonen die Erbauer und nicht die Kelten?
Belgica Vicus: War
es ursprünglich noch größer als angenommen und
erstreckte sich bis nach Billig. Wo befanden sich die
Kultstätten? Oder handelt es sich um ein ursprüngliches
Bauarbeiter-Camp der Römer für den Römerkanal,
welches später aufgegeben wurde? Warum ist das Gefälle
bei Kreuzweingarten stärker als an allen anderen
Streckenabschnitten? Arbeitete man von Köln bis Stotzheim
und von Nettersheim bis Kreuzweingarten so sparsam mit dem
Gefälle, daß man zwischen Rheder und Kreuzweingarten
plötzlich Gefälle verschenken konnte? Verzichtete man
auf ein Aquadukt im Erfttal deswegen? Trafen sich bei
Kreuzweingarten Kölner und Eifeler Römerkanal-Bautrupps
und feierten die Fertigstellung des Römerkanals? Warum hier
und nicht woanders? War der unweit gelegene Ringwall im Hardtwald
der weit bekannte Treffpunkt in der Römer- und Keltenwelt?
Badua: Die
Geheimnisse des Badewaldes, Pohl'sches Aduatuca und Römerlager
in der eburonischen Festung bei Nideggen. Eine versunkene Stadt?
Haben wir eine vorzeitliche Bergbausiedlung vorliegen, die die
Kelten zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen anlegten? Später
wurden diese Schmieden von den Römern niedergemacht?
Schließlich die Frage, ob die Römer selbst diese
Stätten gegründet haben.
Atuatuca:
(Grees'sches Aduatuca bei Eschweiler) Ähnlich wie Badua eine
vorzeitliche Schmiede rund um Stolberg, Atsch und Eschweiler -
oder doch im Badewald. Wo genau lag das vorzeitliches Heiligtum,
welches man zu zerstören gedachte? Erst in jüngster
Zeit bekannt die hochwertigen Metalle, die man einst dort im
Raume Eschweiler schmolz. Unmittelbar hiermit der Hinweis auf die
im gestellte Frage nach einem vorzeitlichen Atlantis. Führte
ein Vulkanausbruch am Laacher See zu einer Stauung des Rheines
und Überflutungen der Eifel, die sich bis nach Stolberg
auswirkten? Inwieweit griffen hier Vorzeit, Mythologie,
Jetztzeit und Zukunft ineinander über?
Herkelstein:
Einstige Wohnstätte eines Riesen namens Kakus, der gegen
Herkules gekämpft haben soll. Orts- und Flurnamen deuten auf
die griechische Sage. Auch hier bei Mechernich-Weyer nahe der
Kakushöhle Spuren keltischer Befestigungen und Verhüttung
von Eisen.
Zwergensagen
berichten von einem kleinen Volke, was dort einst gelebt haben
soll. Gemeint ist Gression, eine uralte Stadt. Bekannt sind
Gressenich (Quärresmännchen) und Nideggen
(Niffel, Niflung). Zwergensagen sind in vielen europäischen
Bergbauorten bekannt. Wahr daran dürfte sein, daß man
zwergenwüchsige Arbeiter im Bergbau einsetzte,
möglicherweise venetische Sklaven oder Pikten, die man
später wieder loswerden wollte, da ihr menschenunwürdiges
Dasein in den von Pohl benannten Wohngruben sowohl Kimbern,
Teutonen als auch Eburonen aufstieß.
Schließlich die
Problematik der Pikten selber, die von Cäser und
scheinbar auch den Eburonen bekämpft wurden. Für den
Bereich der Eifel steht nichts in den Geschichtsbüchern.
Machten Cäsar und Ambiorix gemeinsame Sache in dieser Frage.
Waren alle anderen niedergeschriebenen Tatsachen gelogen?
Handelte es sich bei den angeblichen vernichteten Römern nur
um schnell zusammengestellte Truppen, die an Krankheiten und
Altersgebrechen litten. Verschaffte man ihnen somit nur einen
ehrenvollen Tod?
Julius Cäsar griff
maßgeblich in die keltische Geschichte ein. Auf seine
Aufzeichnungen berufen sich unsere Historiker. Um sein Auftreten
im Rheinland gibt es Unklarheiten. Fraglich die römische
Siedlungspolitik. Fragt man Experten nach den Römern in
unserem Raum, so plappern sie allesamt das in ihre Gymnasiumzeit
im Latein- und Geschichtsunterricht gelernte zwischen Berlin,
München und Hamburg fleißig nach und betrachten mit
wilhelminischem Spott die Kleinkriege der Römerzeit im
Rheinland.
Um eine sichere Grenze
zu haben, brauchte man freundschaftlich gesinnte Keltogermanen.
Man zerschlug das widerspenstige Keltenreich, kümmerte sich
jedoch später kaum darum, daß die übriggebliebenen
Eburonen sich unter die anderen Völker mischten. Für
Cäsar ging es schließlich später darum, in Rom
von seinen Erfolgen im Germanien zu berichten. Seiner Feder
verdankt die Nachfolgewelt viele Erkenntnisse; einiges davon
sicher beschönigt, ganz sicher aber die angeblichen
Niederlagen (s.o.); also möglicherweise im Falle der
Eburonenkriege vieles erlogen?
Vielleicht befand sich
Cäsar auch auf der Suche nach Aduatuca, ebenso wie es
Menschen gab, die nach Atlantis, Troja oder der sagenhaften
Tigerburg des Nordens (Tiberium? Tiberiacum?) suchten. Jedenfalls
fand Cäsar eine weitentwickelte keltische Eisenindustrie in
der Eifel bei Nideggen. Auch um das Gebiet von Eschweiler bei
Atsch ranken sich Legenden um hochwertige Metalle, die man einst
dort schmolz. Bekannt, daß auch die Kelten Sklaverei
kannten und Gefangene in Bergwerken arbeiten ließ. Ebenso
bekannt, daß die Kelten eine geringe Lebenserwartung hatten
und häufig vor dem Alter von 40 Jahren starben, wenn sie
nicht schon vorher an Würmern oder sonstigen Krankheiten
dahinsiechten. 80 Prozent der Kelten waren angeblich Leibeigene
oder Sklaven. Welche Ehre muß es für einen Kelten
gewesen sein, einem Ambiorix in einen Kampf gegen einen Feind zu
folgen und einen ehrenhaften Tod auf dem Schlachtfeld zu sterben.
Nicht auszudenken, welchen Plan man möglicherweise
ausheckte, um das weitere Vordringen von Germanen aus dem
rechtsrheinischen Raum zu stoppen. Man spricht von mehr als 100
Tausend barbarischen Germanen, die bereits etwa 100 v. Chr ins
Keltenreich eingedrungen waren, um am Reichtum und der
Fruchtbarkeit Galliens teilzuhaben. Interessant die Aussagen von
Cäsar und Ambiorix über die Entfernung der Lager
voneinander, die bei beiden differiert. Einig ist man sich nur um
die Lager selbst; möglicherweise logen anschließend
beide, um vom wahren Grund der Schlacht abzulenken. Kann man
vielleicht von einer Zerstörung einer keltischen
Eisenindustrie durch Cäsar und möglicherweise einem
Mitwisser Ambiorix sprechen, die räuberische Germanen,
Umherziehende und Schatzsucher aus friedlichen Stammesgebieten
vertreiben wollte. Wollte man eine in die Barbarerei verfallene
Glücksritterkultur vernichten? Befreite man womöglich
menschenunwürdig wohnenden Keltensklaven, die dem Tod
geweiht waren. Endete hier der Eisen-Run der Vorzeit
in einem Fiasko. Die Römer erlitten Verluste und Cäsar
graulte es dermaßen, daß er den Ort der Schlacht und
damit die Beweise noch einmal ausgraben und verbrennen ließ.
Durch seine verschleierte Tat und damit die Ermöglichung
eines Zuzugs durch gemäßigtere Kelten und
rechtsrheinische Ubier war das Ende der kimbrisch und teutonisch
abstammenden Eburonen gekommen und die friedlichere Besiedlung
des Rheinlandes unter dem Schutze Roms eingeleitet. Bezüglich
der Person Cäsars und seinen Erfolgen im Rheinland verhalfen
erst später die mehrere hundert Jahre andauernde
Römerherrschaft im Rheinland zu ihrer nachträglichen
Anerkennung.
An dieser Stelle noch der kurze Hinweis auf
neuzeitliche Gedanken wie: War Christus = Cäsar?;
eine Idee, die dem Wirken Cäsars einen höheren
Stellenwert zuordnet und ihm als Werkzeug der damaligen Weltmacht
Rom eine prädestinative menschheitsordnende Funktion
zuweist.
Während der Zeit der Römer
und Germanen entstanden die Sagen, die einen Teil ihres
Ursprungs im Raume Zülpich und Nideggen haben. Zahlreiche
Orte in der Eifel deuten auf eine Verbundenheit mit den Nibelungen
und drücken dies durch Ortsnamen aus; wie Brandinaborger =
Brandenberg/Eifel, Neffelbach = Zwerg Niffel usw. Zur Thematik
siehe auch: Haben
die Nibelungen ihre Heimat im Zülpicher Raum?
von Dr. Heinz Ritter. Aus dieser Zeit stammen die christlichen
germanischen Königtümer, auf denen schließlich
unsere Kultur beruht.
 Lagerte
hier einst der berühmte Eburonenschatz mit dem Kessel
von Gundestrup? Kesselberg bei Kirchheim mit vorzeitlichem
Lager - Foto: Wingarden.de
Für die Pohl'sche
oder die Drees'sche Theorie?
Beide Autoren bieten
unterschiedliche Interpretationen zu Aduatuca an und es fällt
schwer, darüber zu entscheiden, welcher Ansicht man Glauben
schenken möchte. Beide berichten über das Geschehen um
die ehemaligen keltischen Eisenschmieden, die zum Wohlergehen der
Kelten beitrugen und diesen zu Macht und Ansehen verhalfen. Für
die Ansicht Pohls spricht der erhöhte Ausblick von den Höhen
bei Nideggen ins Rheinland, angefangen vom Siebengebirge bis nach
Köln, Düsseldorf und in die Gegend von Mönchengladbach,
der wie geschaffen für einen eburonischen Fürstensitz
scheint, allerdings eher nur am Rande des Keltenreiches liegt. Für
die Ansicht von Dr. Drees spricht seine Einbeziehung der
belgischen Standorte der Römerlager inmitten des
Eburonengebietes und die dadurch logisch richtige Lage zum
Standort bei Eschweiler.
Die Fülle der einzelnen
Argumente widerspricht sich bei beiden Theorien kaum und die
Interpretationen deuten logisch auf die Richtigkeit der jeweiligen
Annahme. Unter dem Gesichtspunkt, daß es scheinbar einen
keltischer Eisenrausch gab und keltische bzw. römische
Bergarbeitersklaven hier einst schwere Frondienste
leisten mußten, mag man Cäsar Recht geben, wenn er
diesem Eldorado eingebettet in einer rauhen Keltenwelt ein Ende
bereitet hatte. Beide Aduatuca-Theorien vermitteln wertvolle
Einblicke in die damalige Lage, aber nur im Rahmen einer
Interpretation im Sinne Cäsars. Leider haben
Kriegsgeschehnisse keine Zeugen, die meisten Greuel werden vor der
Öffentlichkeit verborgen. Durch die Völkerwanderung kam
Europa immer mehr und mehr in Bedrängnis. Ähnlich dem
amerikanischen Goldrausch endete also der Run ins Keltenreich. Die
Evolution zeigte sich auch hier von der grausamen Seite. Die
Geschichte Zentraleuropas ging auf die Römer und später
auf die christlichen Reiche über.
Anlaß zum Nachdenken
Als ich etwa 2000 - 2004 an den
Internetseiten zur Dorfchronik Kreuzweingarten arbeitete, fielen
mir die unterschiedlichen Interpretationen bezüglich der
römischen oder keltischen Geschichte auf; insbesondere
bezüglich des Ringwalles. Auch in persönlichen
Gesprächen mit Archäologen kam immer wieder der
Eindruck, daß man zumindest für die Entstehung des
Oppidums oberhalb von Euskirchen-Kreuzweingarten keine Erklärung
liefern konnte. Seit dem Grabungsbericht 1928 und der
Veröffentlichung von Pfarrer Nikola Reinartz: Der
Ringwall von Kreuzweingarten
- Das älteste Baudenkmal des Kreises Euskirchen in Unsere
Heimat in der Beilage zur Euskirchener Volkszeitung vom 30.
Januar 1932 hat sich um die Römer- und Keltenforschung, was
zumindest Kreuzweingarten betrifft, nicht viel getan.
 Grabenwerk
bei Mechernich-Wachendorf - Kultstätte von Kalendermachern? -
Ermöglicht Azimutbetrachtungen am Keltenring Kreuzweingarten
zum 15.5. (Sophientag) - Foto: Wingarden.de
Als mir dann Artikel vom
Goloring bei Koblenz zu Digitalisierungszwecken zur Verfügung
gestellt wurden und ich auf den Gedanken kam, daß womöglich
der Kreuzweingartener Ringwall ursprünglich eine einfache
Kreisanlage zu Kalenderzwecken ähnlich des Golorings ist,
hatte ich dann auch beim letzten noch zuhörenden Archäologen
und einigen Heimatforschern kein offenes Ohr mehr für meine
Anliegen und ich erinnerte mich an einige Gespräche mit
erbosten Anwohnern oder Heimatkundlern, die auch bei Behörden
oder Anfragen bezüglich archäologischer heimatlicher
Anliegen Probleme bekamen, überhaupt angehört oder ernst
genommen zu werden. Abgesehen von den vorzeitlichen Erforschungen
im Bereich der Braunkohletagebaue wandelt man auf den Spuren der
Römer. Die Erforschung von Kalendersystemen im Rheinland
scheint also bei Röder 1946 stehengeblieben zu sein. Und es
ist überhaupt eine Frage, ob im rheinischen Raume rund um
Euskirchen oder Düren sich überhaupt jemand mit
Kalendersystemen auskennt. Zum Thema Goloring informiert man sich
am besten im Internet unter der Sucheingabe -> Wingarden Rund
um den Goloring <- bei der Suchmaschine.

Rekonstruktion des Golorings -
Foto: Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz
Bietet sich ein Einblick in
ein verborgenes Atlantis?
Seinerzeit hatte ich einmal
versucht, in einer Projektstudie mit Überfliegungen und
anhand von Kartenmaterial, sowie mit Azimutwertberechnungen
logisch ein Kalendersystem oder ein eburonisches Heiligtum am
Ringwall Kreuzweingarten nachzuvollziehen, indem ich eine
Vorgänger-Kreisanlage am Keltenring annahm, die ähnlich
wie in Südwestengland mit anderen vorzeitlichen Kreisen und
Kultplätzen auf Kalenderlinien verbunden sind.
Mir erging es etwa wie Pohl,
Hake, Drees, Jackels, Groß und Kleinen, indem ich mir in
einem geistigen Labyrinth versuchte, eine Theorie
zusammenzuschustern. Schließlich stieß ich an die
Grenzen der Objektivität einer solchen spirituellen
Archäologie, baute Fehler über Fehler und ließ das
Projekt erst einmal ruhen.
Ich mußte mich belehren
lassen, daß einst die Nazis versuchten, in solche Anlagen
germanische Vorgängerkulturen hineinzuinterpretieren.
Schließlich drängte sich der Verdacht auf, daß
die einstigen Atlanter wohl gar nicht wollten, daß man sie
findet. Oder es handelt sich möglicherweise um Anlagen, die
erst von der Zukunft aus von unseren Nachkommen als den Bewohnern
von Atlantis geplant wurden; womöglich im Sinne einer
Selbstschöpfung der Menschheit oder als Meilensteinsetzungen
schöpfungsprädestinativer Vorgänge.
Meine einfache Frage lautet:
Wie sieht denn so ein eburonisches Heiligtum aus, von dem
immer gesprochen wird?
Zur Rekonstruktion eines
solchen oben angesprochenen Kalendersystems finden sich einige
Informationen bei karmantan.de
und vorzeitkalender.de.
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